Training-based Change Enablement vermittelt Fähigkeiten.

Es ist Kompetenzaufbau ohne Regelautorität.


Status-Deklaration

Status:
Dieser Text setzt keine Lösung voraus.
Er klassifiziert ein konkret eingesetztes Enablement-Instrument (Training-based Change Enablement)
unter der Annahme, dass strukturelle Mutation nur unter formalem Zugriff auf Regelstruktur möglich ist.

Wo ein solcher Zugriff nicht explizit identifizierbar ist,
gilt strukturell: Ψ = 0.

Dieser Text enthält keine Empfehlung,
keine Bewertung didaktischer Qualität,
keine Aussage über Lernwirksamkeit.

Er prüft Zulässigkeit.


Klassifikationsobjekt

Objekt: Training-based Change Enablement
Typ: Schulungs- und Befähigungsinstrument
Einsatzkontext: Transformationen, Systemeinführungen, Prozessänderungen
Analyseebene: Struktur vs. Zustand (RSSA angewendet)


Warum Kompetenz keinen Regelzugriff erzeugt

Training-based Change Enablement wird eingesetzt,
um Mitarbeitende auf Veränderungen vorzubereiten.

Typischerweise umfasst es:

  • Trainingsprogramme
  • Workshops
  • E-Learnings
  • Zertifizierungen

Die zugrunde liegende Annahme lautet:
Wenn Menschen wissen, wie Neues funktioniert,
setzt sich Veränderung durch.

Diese Annahme ist lernlogisch plausibel.
Sie ist jedoch strukturell unzureichend.

Denn Kompetenz beschreibt Fähigkeit,
nicht Erlaubnis.


Strukturprüfung

Ein System gilt unter Training-based Enablement als „befähigt“, wenn:

  • notwendige Kenntnisse vermittelt sind
  • neue Fähigkeiten trainiert wurden
  • Anwendungskompetenz vorhanden ist

Das Instrument beantwortet:

  • Was müssen Menschen können?
  • Wie wird Wissen aufgebaut?

Es beantwortet nicht:

  • welche Regel Anwendung erlaubt oder verbietet
  • wer zur Regeländerung befugt ist
  • wie Wiederholung strukturell wirkt
  • wann Kompetenz keinen Zugriff ersetzt

Können ist kein Dürfen.
Training ist keine Autorisierung.


Wiederholung sichtbar machen

Typisches Muster:

Ein neues System wird eingeführt.
Mitarbeitende werden geschult.
Kompetenzen steigen.

Die Anwendung verbessert sich.
Fehler nehmen ab.

Ein Jahr später:

Neue Anforderungen entstehen.
Neue Trainings werden aufgesetzt.
Die Entscheidungs- und Freigaberegeln bleiben identisch.

Das Training wird aktualisiert.
Die Struktur bleibt gleich.

Das ist kein Lernproblem.
Das ist rekursiver Kompetenzaufbau unter stabiler Regelstruktur.


Klassifikation

Solange ein Instrument:

  • Wissen vermittelt
  • Fähigkeiten aufbaut
  • Anwendung unterstützt

ohne explizit zu bestimmen,

  • welche Regel betroffen ist
  • wie Regelmutation erfolgt
  • wie Wiederholung strukturell wirkt

bleibt es zustands- und kompetenzbasiert.

Kompetenz ersetzt keinen Regelzugriff.


Formale Einordnung (KOGNETISCH)

Struktureller Wandel ist definiert als:

Ψ = ∂S / ∂R

Für Training-based Change Enablement gilt:

  • Wiederholung: vorhanden
  • Zustandsänderung: kompetenzbezogen
  • Regelmutation: nicht identifizierbar

Daraus folgt formal:

  • Ψ = 0
  • Struktur invariant
  • Befähigung ohne strukturelle Konsequenz

Regime-Zuordnung

Regime: G₅ – Null-Regime-Blindheit

Begründung:
Regelinvarianz wird als fehlende Fähigkeit interpretiert,
nicht als fehlender Regelzugriff.


Schluss

Training-based Change Enablement zeigt,
was Menschen können.

Nicht,
was sie strukturell dürfen.

Das ist keine Abwertung von Lernen.
Es ist eine Grenzbestimmung.

Solange Regelzugriff nicht explizit adressiert ist,
gilt strukturell:

Ψ = 0

Kompetenz bleibt ohne Regelwirkung.


Index-Metadaten

  • Index: Drift-Spiegel · Klassifikationsinstanz
  • Objekt: Training-based Change Enablement
  • Ψ-Status: Ψ = 0
  • Regime: G₅
  • Version: v1.0
  • Datum: 2026-02-09
  • Lizenz: KOGNETIK® · Ψ-Klassifikation