Es ist Akzeptanz ohne Regelzugriff.
Status-Deklaration
Status:
Dieser Text setzt keine Lösung voraus.
Er klassifiziert ein konkret eingesetztes Change-Modell (ADKAR®)
unter der Annahme, dass strukturelle Mutation nur unter formalem Zugriff auf Regelstruktur möglich ist.
Wo ein solcher Zugriff nicht explizit identifizierbar ist,
gilt strukturell: Ψ = 0.
Dieser Text enthält keine Empfehlung,
keine Bewertung der Nützlichkeit,
keine Aussage über Erfolg oder Misserfolg.
Er prüft Zulässigkeit.
Klassifikationsobjekt
Objekt: ADKAR® (Awareness – Desire – Knowledge – Ability – Reinforcement)
Typ: Lineares Change-Modell / Akzeptanzframework
Einsatzkontext: Organisationsweiter Wandel, HR-Transformation, IT-Programme
Analyseebene: Struktur vs. Zustand (RSSA angewendet)
[Textbeginn]
In Organisationen gilt ADKAR® als pragmatische Antwort auf Wandel.
Es adressiert nicht Strukturen, sondern Menschen.
Nicht Regeln, sondern Akzeptanz.
Nicht Steuerung, sondern Mitnahme.
Die zugrunde liegende Annahme lautet:
Wenn Individuen verstehen, wollen, können und verstärken,
wird sich das System verändern.
Das Problem ist nicht, dass diese Annahme falsch wäre.
Das Problem ist, dass sie strukturell unvollständig ist.
Denn ADKAR® beschreibt Zustandsänderungen auf Akteursebene –
nicht die Regeln, unter denen diese Akteure handeln dürfen.
Strukturprüfung
Ein System gilt unter ADKAR® als „erfolgreich im Wandel“, wenn:
- Awareness hergestellt ist
- Desire erzeugt wurde
- Knowledge vermittelt wurde
- Ability trainiert ist
- Reinforcement greift
Keines dieser Kriterien benennt:
- Entscheidungsrechte
- Eskalationslogiken
- Regelhierarchien
- Verbindliche Zugriffspunkte auf Struktur
Das bedeutet:
Das System verändert Erleben, Verhalten und Kompetenz,
aber nicht notwendigerweise die Regelstruktur,
die dieses Verhalten erzeugt und begrenzt.
Wiederholung sichtbar machen
Typisches Muster:
Eine Organisation rollt ADKAR® aus.
Mitarbeitende verstehen den Wandel.
Sie akzeptieren ihn.
Sie werden geschult.
Sie zeigen verändertes Verhalten.
Ein Jahr später:
Entscheidungen folgen denselben Freigabestufen.
Eskalationen laufen über dieselben Instanzen.
Ausnahmen benötigen dieselben Genehmigungen.
Abweichungen werden wieder eingefangen.
Das Training wird erneuert.
Die Kommunikation wird angepasst.
Die Reinforcement-Phase wird verlängert.
Das ist keine Fehlanwendung.
Das ist Wiederholung unter unveränderter Regel.
Klassifikation
Solange ein Change-Modell:
- Akzeptanz steigert
- Kompetenz erhöht
- Verhalten moduliert
ohne explizit zu benennen,
- welche Regel geändert wird
- wer strukturellen Zugriff erhält
- wie Wiederholung auf Struktur wirkt
bleibt es zustandsbasiert.
Zustände können sich ändern.
Regeln nicht –
es sei denn, sie werden als Regeln deklariert.
Formale Einordnung (KOGNETISCH)
Struktureller Wandel ist definiert als:
Ψ = ∂S / ∂R
(Ableitung der Struktur unter Wiederholung)
Für ADKAR® gilt:
- Wiederholung: gegeben
- Zustandsänderung: gegeben
- Regelmutation: nicht identifizierbar
Daraus folgt formal:
- Ψ = 0
- Struktur invariant
- Wandel kosmetisch im strukturellen Sinn
Regime-Zuordnung
Regime: G₅ – Null-Regime-Blindheit
Begründung:
Stabile Regelstrukturen werden als „noch nicht ausreichend akzeptiert“ interpretiert,
nicht als nicht zugänglich.
Schluss
ADKAR® beschreibt,
ob ein System bereit ist, sich zu verändern.
Nicht,
ob es das darf.
Das ist kein Widerspruch.
Es ist ein Kategoriendefekt.
Solange keine Regelmutation identifizierbar ist,
gilt strukturell:
Ψ = 0
Jede Veränderung bleibt zulässig nur auf Zustandsniveau.
Index-Metadaten (pflichtig)
- Index: Drift-Spiegel · Klassifikationsinstanz
- Objekt: ADKAR®
- Ψ-Status: Ψ = 0
- Regime: G₅
- Version: v1.0
- Datum: 2026-02-09
- Lizenz: KOGNETIK® · Ψ-Klassifikation
Hinweise zur Verwendung
Dieser Text:
- richtet sich nicht gegen Anwender
- bewertet keine Wirksamkeit
- ersetzt keine Beratung
Er klassifiziert Zulässigkeit unter Strukturannahmen.