Stakeholder Impact Analysis bewertet Betroffenheit.

Es ist Perspektivzuordnung ohne Regelautorität.


Status-Deklaration

Status:
Dieser Text setzt keine Lösung voraus.
Er klassifiziert ein weit verbreitetes Analyseinstrument (Stakeholder Impact Analysis / Stakeholder Mapping)
unter der Annahme, dass strukturelle Mutation nur unter formalem Zugriff auf Regelstruktur möglich ist.

Wo ein solcher Zugriff nicht explizit identifizierbar ist,
ist keine Aussage über strukturellen Wandel zulässig.

Dieser Text enthält keine Empfehlung,
keine Bewertung analytischer Sorgfalt,
keine Aussage über Einbindungsqualität.

Er prüft Zulässigkeit.


Klassifikationsobjekt

Objekt: Stakeholder Impact Analysis / Stakeholder Mapping
Typ: Analyse- und Priorisierungsinstrument
Einsatzkontext: Transformationen, Reorganisationen, Programme, Governance
Analyseebene: Struktur vs. Zustand (RSSA angewendet)


Warum Perspektive keinen Regelzugriff erzeugt

Stakeholder Impact Analysis wird eingesetzt,
um Auswirkungen von Veränderungen auf relevante Gruppen zu erfassen.

Typischerweise werden:

  • Stakeholder identifiziert
  • Interessen, Macht und Betroffenheit bewertet
  • Kommunikations- und Einbindungsstrategien abgeleitet

Die zugrunde liegende Annahme lautet:
Wenn relevante Akteure richtig berücksichtigt werden,
setzt sich Veränderung konfliktärmer durch.

Diese Annahme ist sozial und politisch plausibel.
Sie ist jedoch strukturell unbestimmt.

Denn Perspektive beschreibt Betroffenheit,
nicht Regelautorität.


Strukturprüfung

Ein System gilt unter Stakeholder Mapping als „abgesichert“, wenn:

  • alle relevanten Gruppen erfasst sind
  • Widerstände antizipiert werden
  • Einbindungsmaßnahmen geplant sind

Das Instrument beantwortet:

  • Wer ist betroffen?
  • Wer beeinflusst was?

Es beantwortet nicht:

  • welche Regel diese Betroffenheit erzeugt
  • ob diese Regel verändert werden darf
  • wer formalen Regelzugriff besitzt
  • wie Wiederholung strukturell wirkt

Einfluss ist keine Autorität.
Betroffenheit ist kein Regelzugriff.


Wiederholung sichtbar machen

Typisches Muster:

Eine Stakeholder-Analyse wird durchgeführt.
Einbindungsstrategien werden umgesetzt.
Konflikte werden moderiert.

Die Veränderung verläuft ruhiger.

Ein Jahr später:

Eine neue Initiative startet.
Eine neue Stakeholder-Map wird erstellt.
Die Entscheidungs- und Machtregeln bleiben identisch.

Die Analyse wird erneuert.
Die Struktur bleibt stabil.

Das ist kein Analysefehler.
Das ist rekursive Perspektivzuordnung unter stabiler Regelstruktur.


Klassifikation

Solange ein Instrument:

  • Perspektiven ordnet
  • Interessen priorisiert
  • Einbindung steuert

ohne explizit zu bestimmen,

  • welche Regel betroffen ist
  • wie Regelmutation erfolgt
  • wie Wiederholung strukturell geprüft wird

bleibt es analyse- und zustandsbasiert.

Perspektive ist kein Regeloperator.


Formale Einordnung (KOGNETISCH)

Struktureller Wandel ist definiert als:

Ψ = ∂S / ∂R

Für Stakeholder Impact Analysis gilt:

  • Wiederholung: vorhanden
  • Zustandsänderung: sozial moderiert
  • Regelmutation: nicht identifizierbar

Daraus folgt formal:

  • Ψ undefiniert
  • keine Aussage über strukturellen Wandel zulässig

Regime-Zuordnung

Regime: G₂ – Struktur ≠ Outcome

Begründung:
Verbesserte Einbindung und reduzierte Konflikte
werden implizit als Strukturveränderung interpretiert.


Schluss

Stakeholder Impact Analysis zeigt,
wie Veränderung politisch flankiert wird.

Nicht,
ob sie strukturell erlaubt ist.

Das ist keine Kritik an Beteiligung.
Es ist eine Grenzbestimmung.

Solange Regelzugriff nicht explizit adressiert ist,
bleibt strukturell:

Ψ undefiniert

Keine Aussage zulässig.


Index-Metadaten

  • Index: Drift-Spiegel · Klassifikationsinstanz
  • Objekt: Stakeholder Impact Analysis / Stakeholder Mapping
  • Ψ-Status: Ψ undefiniert
  • Regime: G₂
  • Version: v1.0
  • Datum: 2026-02-09
  • Lizenz: KOGNETIK® · Ψ-Klassifikation