Communication Cascades verteilen Bedeutung.

Sie sind Bedeutungssteuerung ohne Regelwirkung.


Status-Deklaration

Status:
Dieser Text setzt keine Lösung voraus.
Er klassifiziert ein konkret eingesetztes Kommunikationsinstrument (Communication Cascades / Change Storytelling Frameworks)
unter der Annahme, dass strukturelle Mutation nur unter formalem Zugriff auf Regelstruktur möglich ist.

Wo ein solcher Zugriff nicht explizit identifizierbar ist,
gilt strukturell: Ψ = 0.

Dieser Text enthält keine Empfehlung,
keine Bewertung narrativer Qualität,
keine Aussage über Führungskompetenz oder Glaubwürdigkeit.

Er prüft Zulässigkeit.


Klassifikationsobjekt

Objekt: Communication Cascades / Change Storytelling Frameworks
Typ: Kommunikations- und Narrativinstrument
Einsatzkontext: Transformation, Kulturprogramme, Großorganisationen
Analyseebene: Struktur vs. Zustand (RSSA angewendet)


Warum Bedeutung keinen Regelzugriff erzeugt

Communication Cascades werden eingesetzt,
um Veränderung konsistent zu vermitteln.

Typischerweise wird:

  • eine zentrale Botschaft formuliert
  • über Führungsebenen weitergereicht
  • narrativ angepasst
  • lokal verankert

Die zugrunde liegende Annahme lautet:
Wenn Bedeutung konsistent transportiert wird,
verändert sich Verhalten nachhaltig.

Diese Annahme ist kommunikativ plausibel.
Sie ist jedoch strukturell unzureichend.

Denn Bedeutung beschreibt Interpretation,
nicht Regelautorität.


Strukturprüfung

Ein System gilt unter Communication Cascades als „ausgerichtet“, wenn:

  • Botschaften konsistent verstanden werden
  • Narrative anschlussfähig sind
  • Sinnzusammenhänge geteilt werden

Das Instrument beantwortet:

  • Was soll verstanden werden?
  • Wie wird Bedeutung weitergegeben?

Es beantwortet nicht:

  • welche Regel durch Kommunikation verändert wird
  • wer zur Regelmutation befugt ist
  • wie Wiederholung strukturell wirkt
  • wann Sinnstiftung keinen Zugriff ersetzt

Verstehen ist kein Zugriff.
Bedeutung ist keine Regel.


Wiederholung sichtbar machen

Typisches Muster:

Eine Change Story wird entwickelt.
Führungskräfte vermitteln sie weiter.
Die Organisation versteht den Wandel.

Akzeptanz steigt.
Widerstände nehmen ab.

Ein Jahr später:

Eine neue Initiative startet.
Eine neue Geschichte wird formuliert.
Die Entscheidungsregeln bleiben identisch.

Die Narrative wechseln.
Die Struktur bleibt.

Das ist kein Kommunikationsversagen.
Das ist rekursive Bedeutungssteuerung unter stabiler Regelstruktur.


Klassifikation

Solange ein Instrument:

  • Sinnzusammenhänge erzeugt
  • Interpretation steuert
  • Ausrichtung unterstützt

ohne explizit zu bestimmen,

  • welche Regel betroffen ist
  • wie Regelmutation erfolgt
  • wie Wiederholung strukturell wirkt

bleibt es zustands- und bedeutungsbasiert.

Bedeutung ersetzt keine Regel.


Formale Einordnung (KOGNETISCH)

Struktureller Wandel ist definiert als:

Ψ = ∂S / ∂R

Für Communication Cascades gilt:

  • Wiederholung: vorhanden
  • Zustandsänderung: interpretativ
  • Regelmutation: nicht identifizierbar

Daraus folgt formal:

  • Ψ = 0
  • Struktur invariant
  • Sinn ohne strukturelle Konsequenz

Regime-Zuordnung

Regime: G₅ – Null-Regime-Blindheit

Begründung:
Regelinvarianz wird als mangelnde Verständigung interpretiert,
nicht als fehlender Regelzugriff.


Schluss

Communication Cascades zeigen,
wie Veränderung verstanden wird.

Nicht,
ob sie strukturell erlaubt ist.

Das ist kein rhetorischer Einwand.
Es ist eine Grenzbestimmung.

Solange Regelzugriff nicht explizit adressiert ist,
gilt strukturell:

Ψ = 0

Bedeutung bleibt ohne Regelwirkung.


Index-Metadaten

  • Index: Drift-Spiegel · Klassifikationsinstanz
  • Objekt: Communication Cascades / Change Storytelling Frameworks
  • Ψ-Status: Ψ = 0
  • Regime: G₅
  • Version: v1.0
  • Datum: 2026-02-09
  • Lizenz: KOGNETIK® · Ψ-Klassifikation