Change Impact Analysis beschreibt Folgen.

Sie ist Folgenabschätzung ohne Regelprüfung.


Status-Deklaration

Status:
Dieser Text setzt keine Lösung voraus.
Er klassifiziert ein konkret eingesetztes Analyseinstrument (Change Impact Analysis)
unter der Annahme, dass strukturelle Mutation nur unter formalem Zugriff auf Regelstruktur möglich ist.

Wo ein solcher Zugriff nicht explizit identifizierbar ist,
ist keine Aussage über strukturellen Wandel zulässig.

Dieser Text enthält keine Empfehlung,
keine Bewertung analytischer Qualität,
keine Aussage über Nützlichkeit in Projektkontexten.

Er prüft Klassifizierbarkeit.


Klassifikationsobjekt

Objekt: Change Impact Analysis (CIA)
Typ: Analyse- und Bewertungsinstrument
Einsatzkontext: Transformationsprogramme, Prozessänderungen, IT-Rollouts
Analyseebene: Struktur vs. Zustand (RSSA angewendet)


Warum Folgenabschätzung kein Strukturzugriff ist

Change Impact Analysis wird eingesetzt,
um die Auswirkungen geplanter Veränderungen sichtbar zu machen.

Sie identifiziert:

  • betroffene Rollen
  • betroffene Prozesse
  • Qualifikationsbedarfe
  • Kommunikationsaufwände
  • Übergangsrisiken

Die zugrunde liegende Annahme lautet:
Wenn Auswirkungen bekannt sind,
kann Veränderung gezielt gesteuert werden.

Diese Annahme ist operativ plausibel.
Sie ist jedoch strukturell unbestimmt.

Denn CIA beschreibt Konsequenzen von Änderungen,
nicht die Regeln, unter denen Änderungen wirksam werden dürfen.


Strukturprüfung

Ein System gilt unter Change Impact Analysis als „transparent“, wenn:

  • Betroffenheiten kartiert sind
  • Risiken benannt sind
  • Maßnahmen abgeleitet werden können

Das Instrument beantwortet:

  • Was ändert sich?
  • Wen betrifft es?
  • Wo entstehen Aufwände?

Es beantwortet nicht:

  • welche Regel die Änderung legitimiert
  • wer strukturellen Zugriff besitzt
  • ob Wiederholung Regelwirkung entfaltet
  • ob Eingriffe zulässig sind

CIA analysiert Wirkungen unter Annahme gegebener Regeln.
Sie prüft diese Regeln nicht.


Wiederholung sichtbar machen

Typisches Muster:

Vor einer Veränderung wird eine Impact Analysis durchgeführt.
Betroffenheiten werden erfasst.
Maßnahmen zur Abfederung geplant.

Die Veränderung wird umgesetzt.
Die Analyse gilt als korrekt.

Ein Jahr später:

Eine weitere Veränderung steht an.
Eine neue Impact Analysis wird erstellt.
Die Strukturannahmen bleiben identisch.

Die Analyse wird wiederholt,
weil die Regeln unverändert sind.

Das ist kein Fehler.
Das ist rekursive Folgenabschätzung unter stabiler Regelstruktur.


Klassifikation

Change Impact Analysis ist weder:

  • ein Zustandsinterventionsinstrument
  • noch ein Strukturinterventionsinstrument

Sie setzt Struktur voraus,
ohne sie zu verändern oder zu prüfen.

Solange ein Instrument:

  • Auswirkungen analysiert
  • Folgen antizipiert
  • Maßnahmen vorbereitet

ohne explizit zu definieren,

  • welche Regel betroffen ist
  • wie Regelmutation erfolgt
  • wie Wiederholung strukturell wirkt

ist keine strukturelle Klassifikation zulässig.


Formale Einordnung (KOGNETISCH)

Struktureller Wandel ist definiert als:

Ψ = ∂S / ∂R

Für Change Impact Analysis gilt:

  • Wiederholung: vorhanden
  • Zustandsänderung: antizipiert
  • Regelmutation: nicht geprüft

Daraus folgt formal:

  • Ψ undefiniert
  • keine Aussage über strukturellen Wandel zulässig

Regime-Zuordnung

Regime: G₃ – Driftbehauptung ohne definierte Rekurrenz

Begründung:
Auswirkungen werden analysiert,
ohne Wiederholung als strukturelle Prüfgröße zu deklarieren.


Schluss

Change Impact Analysis zeigt,
was eine Veränderung verursachen würde.

Nicht,
ob sie strukturell erlaubt ist.

Das ist kein Mangel.
Es ist eine Grenze des Instruments.

Solange Regelzugriff nicht Teil der Analyse ist,
bleibt strukturell:

Ψ undefiniert

Keine Aussage zulässig.


Index-Metadaten

  • Index: Drift-Spiegel · Klassifikationsinstanz
  • Objekt: Change Impact Analysis
  • Ψ-Status: Ψ undefiniert
  • Regime: G₃
  • Version: v1.0
  • Datum: 2026-02-09
  • Lizenz: KOGNETIK® · Ψ-Klassifikation