Sie ersetzen keine Regelautorität.
Status-Deklaration
Status:
Dieser Text setzt keine Lösung voraus.
Er klassifiziert ein extrem verbreitetes Ziel- und Steuerungssystem (OKRs)
unter der Annahme, dass strukturelle Mutation nur unter formalem Zugriff auf Regelstruktur möglich ist.
Wo ein solcher Zugriff nicht explizit identifizierbar ist,
ist keine Aussage über strukturellen Wandel zulässig.
Dieser Text enthält keine Empfehlung,
keine Bewertung von Ambitionsniveau oder Messqualität,
keine Aussage über Performance oder Motivation.
Er prüft Zulässigkeit.
Klassifikationsobjekt
Objekt: Objectives & Key Results (OKRs)
Typ: Zielsetzungs- und Alignment-System
Einsatzkontext: Strategie, Transformation, Performance-Steuerung, Skalierung
Analyseebene: Struktur vs. Zustand (RSSA angewendet)
Warum Ziele keine Regeln sind
OKRs werden eingesetzt,
um strategische Ausrichtung klar und messbar zu machen.
Sie definieren:
- qualitative Objectives
- quantitative Key Results
- periodische Überprüfung und Anpassung
Die zugrunde liegende Annahme lautet:
Wenn Ziele klar formuliert und messbar sind,
verändert sich das Verhalten – und damit das System.
Diese Annahme ist steuerungslogisch plausibel.
Sie ist jedoch strukturell unbestimmt.
Denn Ziele beschreiben Soll-Zustände,
nicht die Regeln,
die Entscheidungen, Prioritäten und Wiederholung tatsächlich bestimmen.
Strukturprüfung
Ein System gilt unter OKRs als „aligned“, wenn:
- Objectives konsistent formuliert sind
- Key Results messbar erreicht werden
- Teams ihre Ziele synchronisieren
Das System beantwortet:
- Was wollen wir erreichen?
- Wie messen wir Fortschritt?
Es beantwortet nicht:
- welche Regel Zielkonflikte entscheidet
- ob Zielabweichungen strukturell erlaubt sind
- wer Ziele überschreiben darf
- wie Wiederholung Regelmutation erzeugt
Ausrichtung ist keine Autorisierung.
Messung ist kein Regelzugriff.
Wiederholung sichtbar machen
Typisches Muster:
Ein Unternehmen führt OKRs ein.
Ziele werden ambitionierter formuliert.
Transparenz steigt.
Reviews zeigen Fortschritt.
Anpassungen erfolgen quartalsweise.
Ein Jahr später:
Neue OKR-Zyklen starten.
Neue Ziele werden formuliert.
Die Entscheidungs-, Eskalations- und Budgetregeln bleiben identisch.
Die Ziele rotieren.
Die Struktur bleibt stabil.
Das ist kein Scheitern von OKRs.
Das ist rekursive Zielsetzung unter stabiler Regelstruktur.
Klassifikation
Solange ein System:
- Ziele definiert
- Fortschritt misst
- Alignment erzeugt
ohne explizit zu bestimmen,
- welche Regel betroffen ist
- wie Regelmutation erfolgt
- wie Wiederholung strukturell geprüft wird
bleibt es ziel- und zustandsbasiert.
Ziele sind keine Regeloperatoren.
Formale Einordnung (KOGNETISCH)
Struktureller Wandel ist definiert als:
Ψ = ∂S / ∂R
Für OKRs gilt:
- Wiederholung: vorhanden
- Zustandsänderung: zielgerichtet
- Regelmutation: nicht identifizierbar
Daraus folgt formal:
- Ψ = 0
- Struktur invariant
- Alignment ohne strukturelle Konsequenz
Regime-Zuordnung
Regime: G₂ – Struktur ≠ Outcome
Begründung:
Zielerreichung und Fortschritt
werden implizit als Beleg struktureller Veränderung interpretiert.
Schluss
OKRs zeigen,
wohin Organisationen wollen.
Nicht,
was sie strukturell dürfen.
Das ist keine Kritik an Zielsystemen.
Es ist eine Klassifikationsgrenze.
Index-Metadaten
- Index: Drift-Spiegel · Klassifikationsinstanz
- Objekt: Objectives & Key Results (OKRs)
- Ψ-Status: Ψ = 0
- Regime: G₂
- Version: v1.0
- Datum: 9.2.2026
- Lizenz: KOGNETIK® · Ψ-Klassifikation