Es ist Governance ohne formalen Regeloperator.
Status-Deklaration
Status:
Dieser Text setzt keine Lösung voraus.
Er klassifiziert ein weit verbreitetes Skalierungs- und Governance-Framework (SAFe Change / Transformation Governance)
unter der Annahme, dass strukturelle Mutation nur unter formalem Zugriff auf Regelstruktur möglich ist.
Wo ein solcher Zugriff nicht explizit identifizierbar ist,
ist keine Aussage über strukturellen Wandel zulässig.
Dieser Text enthält keine Empfehlung,
keine Bewertung agiler Skalierung,
keine Aussage über Lieferfähigkeit oder Time-to-Market.
Er prüft Zulässigkeit.
Klassifikationsobjekt
Objekt: SAFe Change / Transformation Governance
Typ: Skalierungs-, Rollen- und Governance-Framework
Einsatzkontext: Großorganisationen, IT-Transformationen, Agile at Scale
Analyseebene: Struktur vs. Zustand (RSSA angewendet)
Warum Governance keinen Regelzugriff erzeugt
SAFe Change adressiert Veränderung
über klar definierte Strukturen:
- Rollen (RTE, ART, LPM)
- Events (PI Planning, Inspect & Adapt)
- Artefakte und Backlogs
- Governance-Gremien
Die zugrunde liegende Annahme lautet:
Wenn Entscheidungs- und Lieferstrukturen klar skaliert sind,
entsteht nachhaltige Veränderung.
Diese Annahme ist organisatorisch konsistent.
Sie ist jedoch strukturell unbestimmt.
Denn Governance beschreibt Verteilung von Entscheidungsprozessen,
nicht Mutation der zugrunde liegenden Regeln,
die diese Prozesse begrenzen.
Strukturprüfung
Ein System gilt unter SAFe als „transformiert“, wenn:
- neue Rollen etabliert sind
- Entscheidungsforen definiert sind
- Wertströme sichtbar organisiert sind
Das Framework beantwortet:
- Wer entscheidet wo?
- Wie wird Arbeit skaliert koordiniert?
Es beantwortet nicht:
- welche Regel diese Entscheidungslogik erzeugt
- ob diese Regel veränderbar ist
- wie Wiederholung strukturell geprüft wird
- wann Governance keinen Regelzugriff ersetzt
Strukturierung von Entscheidungsräumen
ist nicht gleich Regelmutation.
Wiederholung sichtbar machen
Typisches Muster:
Eine Organisation implementiert SAFe.
Rollen, Events und Gremien werden etabliert.
Lieferprozesse stabilisieren sich.
Ein Jahr später:
Neue Transformationsthemen entstehen.
Neue ARTs werden aufgesetzt.
Die grundlegenden Entscheidungs- und Machtregeln bleiben identisch.
Die Governance skaliert weiter.
Die Regelstruktur bleibt stabil.
Das ist kein Framework-Versagen.
Das ist rekursive Governance unter stabiler Regelstruktur.
Klassifikation
Solange ein Framework:
- Entscheidungsräume organisiert
- Koordination skaliert
- Governance formalisiert
ohne explizit zu bestimmen,
- welche Regel betroffen ist
- wie Regelmutation erfolgt
- wie Wiederholung strukturell wirkt
bleibt es organisations- und prozessbasiert.
Governance ist kein Regeloperator.
Formale Einordnung (KOGNETISCH)
Struktureller Wandel ist definiert als:
Ψ = ∂S / ∂R
Für SAFe Change gilt:
- Wiederholung: vorhanden
- Zustandsänderung: strukturiert
- Regelmutation: nicht identifizierbar
Daraus folgt formal:
- Ψ undefiniert
- keine Aussage über strukturellen Wandel zulässig
Regime-Zuordnung
Regime: G₂ – Struktur ≠ Outcome
Begründung:
Neue Organisations- und Entscheidungsstrukturen
werden implizit als Regelveränderung interpretiert,
ohne Regelmutation nachzuweisen.
Schluss
SAFe Change zeigt,
wie Veränderung organisiert und skaliert wird.
Nicht,
ob sie strukturell erlaubt ist.
Das ist keine Kritik an Skalierung.
Es ist eine Grenzbestimmung.
Solange Regelzugriff nicht explizit adressiert ist,
bleibt strukturell:
Ψ undefiniert
Keine Aussage zulässig.
Index-Metadaten
- Index: Drift-Spiegel · Klassifikationsinstanz
- Objekt: SAFe Change / Transformation Governance
- Ψ-Status: Ψ undefiniert
- Regime: G₂
- Version: v1.0
- Datum: 2026-02-09
- Lizenz: KOGNETIK® · Ψ-Klassifikation