Prosci Change Scorecards sind keine Steuerung.

Sie sind Kennzahlen ohne Regelreferenz.


Status-Deklaration

Status:
Dieser Text setzt keine Lösung voraus.
Er klassifiziert ein konkret eingesetztes Mess- und Steuerungsinstrument (Prosci Change Scorecards)
unter der Annahme, dass strukturelle Mutation nur unter formalem Zugriff auf Regelstruktur möglich ist.

Wo ein solcher Zugriff nicht explizit identifizierbar ist,
gilt strukturell: Ψ = 0.

Dieser Text enthält keine Empfehlung,
keine Bewertung von Messgenauigkeit,
keine Aussage über Akzeptanz oder Nutzen von KPIs.

Er prüft Zulässigkeit.


Klassifikationsobjekt

Objekt: Prosci Change Scorecards
Typ: KPI- und Bewertungsinstrument
Einsatzkontext: Transformationsprogramme, Management-Reviews, OCM
Analyseebene: Struktur vs. Zustand (RSSA angewendet)


Warum Kennzahlen keinen Zugriff erzeugen

Prosci Change Scorecards werden eingesetzt,
um den Fortschritt von Veränderungsinitiativen messbar zu machen.

Sie erfassen u. a.:

  • Awareness- und Adoption-Werte
  • Fortschritt entlang definierter Phasen
  • Erfüllungsgrade von Maßnahmen
  • aggregierte Erfolgsindikatoren

Die zugrunde liegende Annahme lautet:
Wenn Fortschritt messbar ist,
kann Veränderung gesteuert werden.

Diese Annahme ist operativ konsistent.
Sie ist jedoch strukturell unzureichend.

Denn Kennzahlen beschreiben Zustände und Verläufe,
nicht Regelwirkungen.


Strukturprüfung

Ein System gilt unter Change Scorecards als „auf Kurs“, wenn:

  • definierte KPIs erreicht werden
  • Fortschritt über Zeit sichtbar ist
  • Abweichungen früh erkannt werden

Das Instrument beantwortet:

  • Wie weit sind wir?
  • Wo liegen Abweichungen?

Es beantwortet nicht:

  • welche Regel den Fortschritt begrenzt
  • ob diese Regel veränderbar ist
  • wer strukturellen Zugriff besitzt
  • wie Wiederholung Regelmutation erzeugt

Messung ersetzt keinen Zugriff.
Bewertung ersetzt keine Regel.


Wiederholung sichtbar machen

Typisches Muster:

Ein Change-Programm wird über Scorecards gesteuert.
KPIs werden regelmäßig erhoben.
Abweichungen führen zu Korrekturmaßnahmen.

Die Scorecard zeigt Verbesserung.
Das Programm gilt als erfolgreich.

Ein Jahr später:

Neue Initiativen werden gestartet.
Neue Scorecards werden definiert.
Die zugrunde liegenden Entscheidungsregeln bleiben identisch.

Die Messung wird erneuert.
Die Struktur bleibt gleich.

Das ist kein Messfehler.
Das ist rekursive Zustandsbewertung unter stabiler Regelstruktur.


Klassifikation

Solange ein Instrument:

  • Fortschritt quantifiziert
  • Zielerreichung misst
  • Abweichungen sichtbar macht

ohne explizit zu bestimmen,

  • welche Regel betroffen ist
  • wie Regelmutation erfolgt
  • wie Wiederholung strukturell wirkt

bleibt es zustandsbasiert.

Kennzahlen sind keine Regeloperatoren.


Formale Einordnung (KOGNETISCH)

Struktureller Wandel ist definiert als:

Ψ = ∂S / ∂R

Für Prosci Change Scorecards gilt:

  • Wiederholung: vorhanden
  • Zustandsänderung: messbar
  • Regelmutation: nicht identifizierbar

Daraus folgt formal:

  • Ψ = 0
  • Struktur invariant
  • Steuerung ohne strukturelle Konsequenz

Regime-Zuordnung

Regime: G₄ – Proxy-Inflation

Begründung:
Kennzahlen werden als Ersatz
für formale Strukturprüfung verwendet.


Schluss

Prosci Change Scorecards zeigen,
wie Veränderung bewertet wird.

Nicht,
ob sie strukturell erlaubt ist.

Das ist kein Defizit des Instruments.
Es ist eine Grenze der Messung.

Solange Regelzugriff nicht explizit adressiert ist,
gilt strukturell:

Ψ = 0

Bewertung bleibt ohne Regelwirkung.


Index-Metadaten

  • Index: Drift-Spiegel · Klassifikationsinstanz
  • Objekt: Prosci Change Scorecards
  • Ψ-Status: Ψ = 0
  • Regime: G₄
  • Version: v1.0
  • Datum: 2026-02-09
  • Lizenz: KOGNETIK® · Ψ-Klassifikation