Change Heatmaps sind keine Steuerung.

Sie sind Visualisierung ohne Regelreferenz.


Status-Deklaration

Status:
Dieser Text setzt keine Lösung voraus.
Er klassifiziert ein konkret eingesetztes Visualisierungsinstrument (Change Heatmaps)
unter der Annahme, dass strukturelle Mutation nur unter formalem Zugriff auf Regelstruktur möglich ist.

Wo ein solcher Zugriff nicht explizit identifizierbar ist,
gilt strukturell: Ψ = 0.

Dieser Text enthält keine Empfehlung,
keine Bewertung von Visualisierungsqualität,
keine Aussage über Managementtauglichkeit.

Er prüft Zulässigkeit.


Klassifikationsobjekt

Objekt: Change Heatmaps
Typ: Aggregierte Visualisierung
Einsatzkontext: Transformationssteuerung, Portfolioübersichten, Management-Reviews
Analyseebene: Struktur vs. Zustand (RSSA angewendet)


Warum Sichtbarkeit keinen Zugriff erzeugt

Change Heatmaps werden eingesetzt,
um Veränderungsintensität sichtbar zu machen.

Sie aggregieren:

  • Anzahl paralleler Initiativen
  • Betroffenheit von Einheiten
  • zeitliche Überlagerungen
  • wahrgenommene Belastung

Die zugrunde liegende Annahme lautet:
Wenn Belastung sichtbar ist,
kann Veränderung gesteuert oder priorisiert werden.

Diese Annahme ist operativ plausibel.
Sie ist jedoch strukturell unzureichend.

Denn Sichtbarkeit beschreibt Verteilung von Zuständen,
nicht Regelwirkungen.


Strukturprüfung

Ein System gilt unter einer Change Heatmap als „steuerbar“, wenn:

  • Belastung visuell erkennbar ist
  • Hotspots identifiziert sind
  • Prioritäten angepasst werden

Das Instrument beantwortet:

  • Wo ist viel Veränderung?
  • Wo kumuliert Belastung?

Es beantwortet nicht:

  • welche Regel diese Belastung erzeugt
  • ob die Regel verändert werden darf
  • wie Wiederholung Regelwirkung entfaltet
  • wann Eingriffe unzulässig sind

Visualisierung ersetzt keine Strukturprüfung.


Wiederholung sichtbar machen

Typisches Muster:

Eine Organisation erstellt eine Heatmap.
Überlastete Bereiche werden markiert.
Initiativen werden verschoben oder gestreckt.

Die Heatmap wird aktualisiert.
Die Farben ändern sich.

Ein Jahr später:

Neue Initiativen entstehen.
Eine neue Heatmap wird erstellt.
Ähnliche Hotspots erscheinen erneut.

Die Regelstruktur bleibt identisch.
Die Visualisierung wird neu berechnet.

Das ist kein Darstellungsfehler.
Das ist rekursive Zustandsaggregation unter stabiler Regelstruktur.


Klassifikation

Solange ein Instrument:

  • Zustände aggregiert
  • Belastung visualisiert
  • Priorisierung unterstützt

ohne explizit zu bestimmen,

  • welche Regel betroffen ist
  • wie Regelmutation erfolgt
  • wie Wiederholung strukturell wirkt

bleibt es zustandsdeskriptiv.

Zustandsdichte ist keine Strukturgröße.


Formale Einordnung (KOGNETISCH)

Struktureller Wandel ist definiert als:

Ψ = ∂S / ∂R

Für Change Heatmaps gilt:

  • Wiederholung: vorhanden
  • Zustandsänderung: sichtbar
  • Regelmutation: nicht identifizierbar

Daraus folgt formal:

  • Ψ = 0
  • Struktur invariant
  • Visualisierung ohne strukturelle Konsequenz

Regime-Zuordnung

Regime: G₄ – Proxy-Inflation

Begründung:
Aggregierte Belastungsindikatoren
ersetzen die Prüfung struktureller Ursachen.


Schluss

Change Heatmaps zeigen,
wo Veränderung dicht ist.

Nicht,
warum sie strukturell entsteht
oder ob sie verändert werden darf.

Das ist keine Schwäche der Darstellung.
Es ist eine Grenze des Instruments.

Solange Regelzugriff nicht explizit adressiert ist,
gilt strukturell:

Ψ = 0

Sichtbarkeit bleibt ohne Regelwirkung.


Index-Metadaten

  • Index: Drift-Spiegel · Klassifikationsinstanz
  • Objekt: Change Heatmaps
  • Ψ-Status: Ψ = 0
  • Regime: G₄
  • Version: v1.0
  • Datum: 2026-02-09
  • Lizenz: KOGNETIK® · Ψ-Klassifikation