Leadership-Programme adressieren Personen.

Sie verändern keine Entscheidungsregeln.


Status-Deklaration

Status:
Dieser Text setzt keine Lösung voraus.
Er klassifiziert ein hochfrequent eingesetztes Interventionsformat (Leadership Development / Leadership Transformation Programs)
unter der Annahme, dass strukturelle Mutation nur unter formalem Zugriff auf Regelstruktur möglich ist.

Wo ein solcher Zugriff nicht explizit identifizierbar ist,
ist keine Aussage über strukturellen Wandel zulässig.

Dieser Text enthält keine Empfehlung,
keine Bewertung persönlicher Entwicklung,
keine Aussage über Coaching- oder Trainingsqualität.

Er prüft Zulässigkeit.


Klassifikationsobjekt

Objekt: Leadership Development / Leadership Transformation Programs
Typ: Personen- und Kompetenzintervention
Einsatzkontext: Großtransformationen, Kulturprogramme, Nachfolge- und Talentinitiativen
Analyseebene: Struktur vs. Zustand (RSSA angewendet)


Warum Führung kein Regelzugriff ist

Leadership-Programme zielen darauf ab,
das Verhalten, die Haltung und die Entscheidungsqualität
von Führungskräften zu verändern.

Typischerweise adressieren sie:

  • Selbstführung und Reflexionsfähigkeit
  • Kommunikations- und Entscheidungsstile
  • Werteorientierung und Vorbildwirkung
  • Veränderungsbereitschaft

Die zugrunde liegende Annahme lautet:
Wenn Führungskräfte sich verändern,
verändert sich das System.

Diese Annahme ist psychologisch und pädagogisch plausibel.
Sie ist jedoch strukturell unbestimmt.

Denn Führung beschreibt Ausführung innerhalb von Regeln,
nicht die Autorität,
diese Regeln zu verändern oder außer Kraft zu setzen.


Strukturprüfung

Ein System gilt unter Leadership-Programmen als „transformiert“, wenn:

  • Führungskräfte neue Verhaltensweisen zeigen
  • Entscheidungsdialoge reflektierter geführt werden
  • Kultur- und Wertebezug sichtbarer wird

Das Programm beantwortet:

  • Wie sollen Führungskräfte handeln?
  • Welche Haltung ist erwünscht?

Es beantwortet nicht:

  • welche Entscheidungsregel dadurch geändert wird
  • ob Führungskräfte formale Regelautorität besitzen
  • wie Konflikte zwischen Haltung und Regel gelöst werden
  • wie Wiederholung strukturell geprüft wird

Vorbild ist keine Regelmacht.
Reflexion ist kein Regeloperator.


Wiederholung sichtbar machen

Typisches Muster:

Ein Leadership-Programm wird gestartet.
Führungskräfte entwickeln neue Perspektiven.
Sprache und Verhalten verändern sich sichtbar.

Ein Jahr später:

Strategische Zielkonflikte entstehen.
Zeit- und Budgetdruck steigt.
Entscheidungen folgen erneut den bestehenden Eskalations- und Machtregeln.

Die Personen haben gelernt.
Die Regeln haben entschieden.

Das ist kein persönliches Versagen.
Das ist rekursive Personenentwicklung unter stabiler Regelstruktur.


Klassifikation

Solange ein Programm:

  • Personen entwickelt
  • Verhalten reflektiert
  • Haltungen adressiert

ohne explizit zu bestimmen,

  • welche Regel betroffen ist
  • wie Regelmutation erfolgt
  • wie Wiederholung strukturell wirkt

bleibt es personen- und zustandsbasiert.

Führung wirkt innerhalb von Regeln.
Sie ersetzt sie nicht.


Formale Einordnung (KOGNETISCH)

Struktureller Wandel ist definiert als:

Ψ = ∂S / ∂R

Für Leadership Development gilt:

  • Wiederholung: vorhanden
  • Zustandsänderung: personenbezogen
  • Regelmutation: nicht identifizierbar

Daraus folgt formal:

  • Ψ = 0
  • Struktur invariant
  • Lernen ohne strukturelle Konsequenz

Regime-Zuordnung

Regime: G₅ – Null-Regime-Blindheit

Begründung:
Regelinvarianz wird als Führungs- oder Haltungsproblem interpretiert
und mit Persönlichkeitsentwicklung adressiert.


Schluss

Leadership-Programme verändern,
wie Menschen führen.

Nicht,
wie Organisationen entscheiden.

Das ist keine Abwertung von Führung.
Es ist eine Klassifikationsgrenze.


Index-Metadaten

  • Index: Drift-Spiegel · Klassifikationsinstanz
  • Objekt: Leadership Development / Leadership Transformation Programs
  • Ψ-Status: Ψ = 0
  • Regime: G₅
  • Version: v1.0
  • Datum: 9.2.2026
  • Lizenz: KOGNETIK® · Ψ-Klassifikation