Digitale Transformationsframeworks strukturieren Mittel.

Sie klassifizieren keine Regelmutation.


Status-Deklaration

Status:
Dieser Text setzt keine Lösung voraus.
Er klassifiziert ein dominantes Meta-Framework-Feld (Digital Transformation Frameworks)
unter der Annahme, dass strukturelle Mutation nur unter formalem Zugriff auf Regelstruktur möglich ist.

Wo ein solcher Zugriff nicht explizit identifizierbar ist,
ist keine Aussage über strukturellen Wandel zulässig.

Dieser Text enthält keine Empfehlung,
keine Bewertung technologischer Reife,
keine Aussage über Innovationsgrad oder Investitionshöhe.

Er prüft Zulässigkeit.


Klassifikationsobjekt

Objekt: Digital Transformation Frameworks
Typ: Meta-Framework (Strategie · Technologie · Organisation · KPIs)
Einsatzkontext: Konzerntransformationen, IT-Modernisierung, Geschäftsmodellwandel
Analyseebene: Struktur vs. Zustand (RSSA angewendet)


Warum Technologie keine Regel ist

Digitale Transformationsframeworks bündeln
eine Vielzahl von Dimensionen:

  • Technologien (Cloud, AI, Data, Automation)
  • Fähigkeiten und Capabilities
  • Operating Models
  • Roadmaps, KPIs, Governance

Die zugrunde liegende Annahme lautet:
Wenn Technologie, Organisation und Prozesse modernisiert werden,
verändert sich die Organisation strukturell.

Diese Annahme ist ökonomisch und technisch plausibel.
Sie ist jedoch strukturell unbestimmt.

Denn Technologie beschreibt Mittel,
nicht die Regeln,
nach denen Entscheidungen, Prioritäten und Macht wirksam werden.


Strukturprüfung

Ein System gilt unter digitalen Frameworks als „transformiert“, wenn:

  • digitale Capabilities aufgebaut sind
  • Prozesse automatisiert sind
  • neue Plattformen eingeführt wurden
  • KPIs messbar verbessert sind

Das Framework beantwortet:

  • Welche Mittel setzen wir ein?
  • Welche Fähigkeiten brauchen wir?

Es beantwortet nicht:

  • welche Regel durch Digitalisierung verändert wird
  • ob diese Regel technologisch adressierbar ist
  • wer formale Regelautorität besitzt
  • wie Wiederholung strukturell geprüft wird

Modernisierung ersetzt keinen Regelzugriff.


Wiederholung sichtbar machen

Typisches Muster:

Ein Digital-Framework wird eingeführt.
Plattformen werden migriert.
Prozesse werden automatisiert.
Dashboards zeigen Fortschritt.

Ein Jahr später:

Neue Technologien kommen hinzu.
Das Framework wird aktualisiert.
Die Entscheidungs-, Budget- und Eskalationsregeln bleiben identisch.

Die Mittel wechseln.
Die Struktur bleibt stabil.

Das ist kein Technikproblem.
Das ist rekursive Modernisierung unter stabiler Regelstruktur.


Klassifikation

Solange ein Framework:

  • Mittel strukturiert
  • Fähigkeiten priorisiert
  • Modernisierung orchestriert

ohne explizit zu bestimmen,

  • welche Regel betroffen ist
  • wie Regelmutation erfolgt
  • wie Wiederholung strukturell wirkt

bleibt es mittel- und zustandsbasiert.

Technologie ist kein Regeloperator.


Formale Einordnung (KOGNETISCH)

Struktureller Wandel ist definiert als:

Ψ = ∂S / ∂R

Für Digital Transformation Frameworks gilt:

  • Wiederholung: vorhanden
  • Zustandsänderung: technologisch vermittelt
  • Regelmutation: nicht identifizierbar

Daraus folgt formal:

  • Ψ undefiniert
  • keine Aussage über strukturellen Wandel zulässig

Regime-Zuordnung

Regime: G₂ – Struktur ≠ Outcome
Sekundär: G₃ – Driftbehauptung ohne definierte Rekurrenz

Begründung:
Technologische Fortschritte und Capability-Aufbau
werden als Beleg struktureller Veränderung interpretiert,
ohne Regelmutation nachzuweisen.


Schluss

Digitale Transformationsframeworks zeigen,
womit Organisationen sich verändern.

Nicht,
ob sie sich strukturell verändern dürfen.

Das ist keine Kritik an Digitalisierung.
Es ist eine Klassifikationsgrenze.


Index-Metadaten

  • Index: Drift-Spiegel · Klassifikationsinstanz
  • Objekt: Digital Transformation Frameworks
  • Ψ-Status: Ψ undefiniert
  • Regime: G₂ / G₃
  • Version: v1.0
  • Datum: 9.2.2026
  • Lizenz: KOGNETIK® · Ψ-Klassifikation