Change Roadmaps sequenzieren Vorhaben.

Sie sind Zeitmodelle ohne Rekurrenzprüfung.


Status-Deklaration

Status:
Dieser Text setzt keine Lösung voraus.
Er klassifiziert ein konkret eingesetztes Planungsinstrument (Change Roadmaps)
unter der Annahme, dass strukturelle Mutation nur unter formalem Zugriff auf Regelstruktur möglich ist.

Wo ein solcher Zugriff nicht explizit identifizierbar ist,
ist keine Aussage über strukturellen Wandel zulässig.

Dieser Text enthält keine Empfehlung,
keine Bewertung von Planungskompetenz,
keine Aussage über Projekterfolg.

Er prüft Klassifizierbarkeit.


Klassifikationsobjekt

Objekt: Change Roadmaps
Typ: Zeit- und Phasenmodell
Einsatzkontext: Transformationsprogramme, Portfolio- und Programmsteuerung
Analyseebene: Struktur vs. Zustand (RSSA angewendet)


Warum Zeit keine strukturelle Größe ist

Change Roadmaps werden eingesetzt,
um Veränderung planbar zu machen.

Sie ordnen:

  • Initiativen
  • Meilensteine
  • Abhängigkeiten
  • Zeitfenster

Die zugrunde liegende Annahme lautet:
Wenn Veränderung zeitlich sauber sequenziert ist,
kann sie gesteuert werden.

Diese Annahme ist operativ sinnvoll.
Sie ist jedoch strukturell unbestimmt.

Denn Zeit beschreibt Ablauf,
nicht Zugriff.


Strukturprüfung

Ein System gilt unter einer Roadmap als „im Wandel“, wenn:

  • Maßnahmen terminiert sind
  • Abhängigkeiten sichtbar sind
  • Fortschritt verfolgt wird

Das Instrument beantwortet:

  • Wann passiert was?
  • Was kommt vor oder nach etwas anderem?

Es beantwortet nicht:

  • welche Regel durch welche Maßnahme verändert wird
  • wie Wiederholung auf diese Regel wirkt
  • wer strukturellen Zugriff besitzt
  • wann ein Eingriff unzulässig ist

Zeit ersetzt keine Struktur.
Sequenz ersetzt keinen Zugriff.


Wiederholung sichtbar machen

Typisches Muster:

Eine Transformation wird in Phasen geplant.
Initiativen werden zeitlich aufeinander abgestimmt.

Die Roadmap wird umgesetzt.
Fortschritt wird gemessen.

Ein Jahr später:

Neue Initiativen werden ergänzt.
Die Roadmap wird aktualisiert.
Phasen verschieben sich.

Die zugrunde liegenden Regeln bleiben identisch.
Die Zeitachse wird neu gezeichnet.

Das ist kein Planungsfehler.
Das ist rekursive Sequenzierung unter stabiler Regelstruktur.


Klassifikation

Solange ein Instrument:

  • Wandel zeitlich ordnet
  • Abfolgen definiert
  • Fortschritt sequenziert

ohne explizit zu bestimmen,

  • welche Regel betroffen ist
  • wie Regelmutation erfolgt
  • wie Wiederholung strukturell wirkt

ist keine strukturelle Klassifikation zulässig.

Zeit ist keine Prüfgröße für Ψ.


Formale Einordnung (KOGNETISCH)

Struktureller Wandel ist definiert als:

Ψ = ∂S / ∂R

Für Change Roadmaps gilt:

  • Wiederholung: vorhanden
  • Zustandsänderung: geplant
  • Regelmutation: nicht geprüft

Daraus folgt formal:

  • Ψ undefiniert
  • keine Aussage über strukturellen Wandel zulässig

Regime-Zuordnung

Regime: G₃ – Driftbehauptung ohne definierte Rekurrenz

Begründung:
Zeitliche Planung ersetzt die Prüfung
struktureller Wiederholung.


Schluss

Change Roadmaps zeigen,
wann Veränderung stattfinden soll.

Nicht,
ob sie strukturell erlaubt ist.

Das ist kein Versäumnis.
Es ist eine Grenze des Instruments.

Solange Regelzugriff nicht Teil der Planung ist,
bleibt strukturell:

Ψ undefiniert

Keine Aussage zulässig.


Index-Metadaten

  • Index: Drift-Spiegel · Klassifikationsinstanz
  • Objekt: Change Roadmaps
  • Ψ-Status: Ψ undefiniert
  • Regime: G₃
  • Version: v1.0
  • Datum: 2026-02-09
  • Lizenz: KOGNETIK® · Ψ-Klassifikation