Agile Change Management operationalisiert Anpassung.

Es ist Iteration ohne formalen Regeloperator.


Status-Deklaration

Status:
Dieser Text setzt keine Lösung voraus.
Er klassifiziert ein konkret eingesetztes Vorgehensmodell (Agile Change Management)
unter der Annahme, dass strukturelle Mutation nur unter formalem Zugriff auf Regelstruktur möglich ist.

Wo ein solcher Zugriff nicht explizit identifizierbar ist,
ist keine Aussage über strukturellen Wandel zulässig.

Dieser Text enthält keine Empfehlung,
keine Bewertung agiler Praktiken,
keine Aussage über Geschwindigkeit oder Anpassungsfähigkeit.

Er prüft Klassifizierbarkeit.


Klassifikationsobjekt

Objekt: Agile Change Management
Typ: Iteratives Vorgehensmodell (Hybrid aus Change & Agilität)
Einsatzkontext: Transformation, IT-nahe Organisationen, Programmsteuerung
Analyseebene: Struktur vs. Zustand (RSSA angewendet)


Warum Iteration keinen Regelzugriff ersetzt

Agile Change Management überträgt Prinzipien agiler Arbeitsweisen
auf Veränderungsprozesse.

Typischerweise werden eingesetzt:

  • kurze Iterationszyklen
  • Reviews und Retrospektiven
  • inkrementelle Anpassungen
  • kontinuierliches Feedback

Die zugrunde liegende Annahme lautet:
Wenn Veränderung iterativ erfolgt,
kann sie sich an reale Bedingungen anpassen.

Diese Annahme ist operativ plausibel.
Sie ist jedoch strukturell unbestimmt.

Denn Iteration beschreibt Taktung,
nicht Zugriff auf Regelstruktur.


Strukturprüfung

Ein System gilt unter Agile Change Management als „adaptiv“, wenn:

  • Maßnahmen regelmäßig überprüft werden
  • Feedback integriert wird
  • Anpassungen kurzfristig erfolgen

Das Vorgehen beantwortet:

  • Was funktioniert?
  • Was muss angepasst werden?

Es beantwortet nicht:

  • welche Regel durch Iteration veränderbar ist
  • wer zur Regelmutation befugt ist
  • wie Wiederholung strukturell wirkt
  • wann Anpassung unzulässig ist

Iteration verändert Zustände.
Sie definiert keine Regeln.


Wiederholung sichtbar machen

Typisches Muster:

Ein Change-Programm wird agil aufgesetzt.
Maßnahmen werden in kurzen Zyklen angepasst.
Retrospektiven liefern Lernpunkte.

Anpassungen erfolgen schneller.
Das Programm wirkt beweglich.

Ein Jahr später:

Neue Iterationen greifen auf dieselben Entscheidungsregeln zurück.
Eskalationen folgen derselben Struktur.
Grenzen der Veränderung bleiben identisch.

Die Iterationen laufen weiter.
Die Regeln bleiben gleich.

Das ist kein Widerspruch.
Das ist rekursive Anpassung unter stabiler Regelstruktur.


Klassifikation

Solange ein Vorgehen:

  • Anpassung beschleunigt
  • Feedback integriert
  • Maßnahmen inkrementell verändert

ohne explizit zu bestimmen,

  • welche Regel mutiert
  • wie Regelzugriff erfolgt
  • wie Wiederholung strukturell geprüft wird

ist keine strukturelle Klassifikation zulässig.

Iteration ist keine Regeloperation.


Formale Einordnung (KOGNETISCH)

Struktureller Wandel ist definiert als:

Ψ = ∂S / ∂R

Für Agile Change Management gilt:

  • Wiederholung: vorhanden
  • Zustandsänderung: iterativ
  • Regelmutation: nicht geprüft

Daraus folgt formal:

  • Ψ undefiniert
  • keine Aussage über strukturellen Wandel zulässig

Regime-Zuordnung

Regime: G₃ – Driftbehauptung ohne definierte Rekurrenz

Begründung:
Iteration ersetzt die explizite Prüfung
struktureller Wiederholung.


Schluss

Agile Change Management zeigt,
wie Veränderung beweglich organisiert werden kann.

Nicht,
ob sie strukturell erlaubt ist.

Das ist keine Kritik an Agilität.
Es ist eine Grenzbestimmung.

Solange Regelzugriff nicht explizit adressiert ist,
bleibt strukturell:

Ψ undefiniert

Keine Aussage zulässig.


Index-Metadaten

  • Index: Drift-Spiegel · Klassifikationsinstanz
  • Objekt: Agile Change Management
  • Ψ-Status: Ψ undefiniert
  • Regime: G₃
  • Version: v1.0
  • Datum: 2026-02-09
  • Lizenz: KOGNETIK® · Ψ-Klassifikation